Rabies beim Rasenmähen?

ImageWürde man eine Umfrage starten, aus der hervorgehen soll, zu welchem Anlass Menschen eigentlich welchen Song hören, wäre man sicherlich nicht überrascht.

Kaum jemand würde antworten, dass er zum Einschlafen immer „Beds are burning“ von Midnight Oil hört, hingegen "I feel good" von James Brown morgens beim Lesen des Wirtschaftsteils der Süddeutschen im Zug auf dem Weg zur Arbeit. AC/DCs „Highway to hell“ wird man wohl ebenso selten in der Badewanne genießen wie den „Holzmichel“ der Randfichten während des Geschlechtsaktes. Und beim nächtlichen ‚Doom’-Zocken will man Didos „White flag“ genauso wenig im Ohr haben wie „Ba-Ba-Banküberfall“ von der EAV per Stadionlautsprecher, wenn gerade der Stürmer der Lieblingsmannschaft eine Rote Karte bekommt. The Clashs „I fought the law“ beim samstäglichen Autowaschen? Madonnas „Frozen“ Sonntags in der Dampf-Sauna?  Armstrongs "What a wonderful world" beim Absäbeln der alten Trauerweide im Vorgarten, um sich eine Parkbox anzulegen? Undenkbar!

Wir lernen daraus: Jede Musik hat ihre Zeit und ihren besonderen Anlass. Lediglich die Kaufhäuser halten sich an keinerlei Spielregeln und dröhnen uns kackfrech Wolles „Hölle, Hölle, Hölle!“ ins Ohr, während wir die Fischstäbchen aus der Eistruhe fingern.

Aber: Zu welchem Anlass hört man eigentlich Rabies?

Diese Frage mag überflüssig erscheinen, gab doch der 'Folker' bereits im vorletzten Jahr die klare Richtschnur vor. „Eine Gute-Laune-Scheibe fürs Autofahren“ schrieb er in seiner Septemberausgabe. Den prompten Beleg dazu trat unlängst die Homepage Ortskontrollfahrt.de an, auf der ein ehrliches Forummitglied schreibt, dass es unser geliebtes „Ballycanew“ gern im Auto hört.

Und selbst mein Nachbar, dem ich vor ein paar Monaten eine CD schenkte, hat sie noch nie aus seinem Kofferraum-CD-Wechsler entfernt (ich erkenne mittlerweile seinen Safira an dem „Song for the newly wed“, der seltsamerweise immer genau dann läuft, wenn Michael sein Garagentor öffnet).

Doch genau das macht uns etwas Angst, schreibt doch die TV-Zeitschrift Bildwoche, dass 45% der Deutschen ihren Wagen aufgrund der jüngsten Benzinpreis-Erhöhung stehen lassen wollen! Aber wir lassen uns nicht in Panik versetzen und hören lieber auf Ricarda, die auf der Homepage www.Gedichte.com unter der Rubrik „Lyrics zum Trinken“ verlauten lässt, dass sie den Rabies-Song „Bad ass Molly“ immer auf Whiskey genießt.

Denn eines wissen wir genau: Whiskey-Trinken kann man zu jedem Anlass! Selbst auf dem Klo oder beim Rasenmähen. Nur leider halt nicht beim Autofahren...