| Rezension "Bad Ass Molly" |
| Geschrieben von folkroddels.be | |
| Montag, 11 Oktober 2004 | |
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[Hinweis: Fokroddels.be ist die größte belgische Folk-Seite im Internet. Die folgende Übersetzung aus dem flämischen trifft ziemlich genau den Wortlaut, ist aber in keiner Weise offiziell oder autorisiert.] Nirgends ist die Liebe zur irischen Musik so groß wie in Deutschland - ausgenommen in Irland natürlich. Davon konnten wir uns unlängs noch bei dem ausgebuchten Workshop "Irische Musik und Tanz" in der "Proitzer Mühle" überzeugen. Fragten wir einen der Referenten, ob die Iren auf ihrer grünen Insel auch Sturm auf Workshops "Deutsche Musik" laufen würden, sah der wackere Mann uns an, als ob er es in Köln donnern hören würde [in etwa: blickte er uns an wie eine Kuh]. Und das [Köln] liegt doch immerhin gute 400 km von Proitz entfernt. Eine der Gruppen, die sich mit dieser Form von für sie ausländischen Musik beschäftigen, sind "Rabies". Gegründet 1994 nach ihrem großen Vorbild The Pogues, legten sie als Trio mit Denis Wildschütz (Gitarre, Mandoline, Gesang), Karsten Fechner (Gesang, Tin Whistle) und Stefan Schlautmann (Mundharmonika, Gesang) los. Später kamen noch Sebastian Gerdes (Gitarre), Michael Meinders (Bass) und Andreas Herzmann (Schlagzeug) hinzu. Ihre zweite CD "Bad Ass Molly", ist ein Fass voller Widersprüche. Es wurden sowohl Traditionals und eigene Nummern als auch Covers von Billy Bragg, Johnny Cash und Shane MacGowan aufgenommen. Einige Nummern, darunter eine originelle Version von The Foggy Dew, sind wunderschön [wörtlich: "blutschön"] während andere unter dem Einfluss des vorletzten Songs "Streams of Whiskey" gespielt worden zu sein scheinen. Aber wenn wir ihrer Webseite glauben können, dürften die Herren das eher als Kompliment, denn als einen Kritikpunkt verstehen. Mit seiner Stimme, die sich irgendwo zwischen Shane MacGowan und Johnny Cash einpendelt, kann Karsten Fechner gehörig loslegen, vor allem in der Titelnummer "Bad Ass Molly" und in dem Country-geprägten Song "The man who signs the house disposal deeds" (Woher nehmen die so was?) kommt sie blendend zu ihrem Recht. Auch die Mundharmonika kann sich bestens hören lassen. So richtig daneben gehauen ist hingegen der "Song for the newly wed". Der Gesang hält dabei nicht das Niveau der anderen Nummern, während Schlagzeug- und Gitarrenspiel bestenfalls als "unkompliziert" bezeichnet werden können. Die Tin Whistle – in den anderen Nummern auf einem akzeptablen "Naja"-Level - ist in diesem fall so erbärmlich, dass wir uns fragen, mit welchem Körperteil darauf gespielt wurde. Der angegebenen Besetzung folgend ist es Karsten, der die Tin Whistle spielt, während wir ihn doch fröhlich durchträllern hören. Ob diese Angaben richtig sind, ist noch eine andere Frage. Die Trackliste stimmt nämlich längst nicht mit der Liedfolge auf der CD überein. Alles in allem, selbstverständlich mit Ausnahme von "Song for the newly wed", ist die CD sehr gut zu "schmausen" [wörtlich: zu primen]: Nicht, um sie sehr bewusst durchzuhören, aber z.B. als Hintergrundmusik im Auto oder in einem rauchigen Irischen Pub. Wollen Rabies aber jemals auf das Niveau der Pogues kommen, sollten sie noch ein Weilchen hart arbeiten. |

