Mit fünf Mark waren die ersten Fans dabei
Geschrieben von Recklinghäuser Zeitung   
Mittwoch, 16 Oktober 2002

Mit Ferien in Irland und drei Folksongs fängt die Geschichte der "Rabies" an. Karsten Fechner, Denis Wildschütz und Stefan Schlautmann machten 1994 mit einer Jugendgruppe Urlaub auf der grünen Insel. Beim Bergfest zur Halbzeit mussten auch die Schulfreunde etwas zum Programm beitragen. Zum Glück hatte Karsten seine kleine Metallflöte, Denis seine Gitarre und Stefan seine Mundharmonika dabei. Die "Rabies" waren geboren. Am Mittwoch, 30. Oktober, treten sie um 20 Uhr in der Gaststätte "Vaut" an der Hertener Straße auf.

"Wir waren ganz gut", erinnert sich Karsten Fechner, allerdings weiß er nicht, ob das am optimalen Zusammenspiel oder am leckeren irischen Bier lag. "Für zwei Leute mussten wir die Songs sogar auf Kassette aufnehmen", berichtet Stefan Schlautmann. Zumindest war sich das Trio anschließend einig: "Wir machen weiter."

Image Schon wenige Wochen später hatten sie zehn Songs eingespielt, und die wollten sie natürlich auch einem Publikum vorstellen. Sie klopften zaghaft in der Altstadtschmiede an, wo Keith Bailey Folk-Sessions organisierte, und bekamen ihre Chance. "Aber das war schon eine andere Liga", erzählt Fechner, "wir ernteten wohlwollenden Applaus."

Mutig geworden, fragte das Trio in der Kneipe "Mephisto" nach. Doch da die drei kein Demo-Band besaßen, mussten sie erst einmal unter den strengen Augen des Wirtes vorspielen. Er zeigte sich gnädig, und später durften sie sogar 5 Mark Eintritt nehmen. Fechner: "Ein tolles Gefühl." Aber die "Rabies" wollten weg vom Stil einer traditionellen Band hin zu einem rockigeren Sound. Drum mussten weitere Instrumente her, etwa Bass, Schlagzeug, Percussion.

Zeit der Pfarrfeste ist längst vorbei

So wuchs die Gruppe 1997 um Studienfreunde, Kollegen oder Nachbarn. Denn es gab immer einen, der wiederum einen anderen kannte, der auf fetzige Folkmusik stand und ein Instrument beherrschte.

Mittlerweile spielt die siebenköpfige Band nicht mehr auf Pfarrfesten, dafür auf Festivals. Und längst sind die wilden "Rabies" ("Tollwut") auch außerhalb RE gefragt. Dank massiver Werbung im Internet kommen Veranstalter von allein auf sie zu. Auf dreieinhalb Stunden ist ihr Repertoire gewachsen, zehn Prozent der Songs sind eigene.

Von der Gage konnten sie ihr Equipment erweitern, Boxen, Verstärker und Mikros kaufen. Einmal waren sie sogar schon im WDR zu hören, und 2003 möchten sie endlich ihre erste CD aufnehmen. Doch bis es soweit ist, kann sich jeder live von den "Rabies" überzeugen.

-ulk

Auftritte der "Rabies":

  • 30.10., 20 Uhr, "Vaut";
  • 24.11., 19 Uhr, "Mephisto";
  • 7.12., 20 Uhr, "Metropical"

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