Bunter Mix aus Mode und Musik
Geschrieben von WAZ Haltern   
Montag, 03 Dezember 2001

Die verschiedenen musischen Stilrichtungen beim 15. Halterner Kulturförderpreis spiegelten sich nicht zuletzt in der Mode der Fans wider.

Nahezu jede Kluft war vertreten. Und das ganz bunt gemischt. Da stand der dunkel betuchte Wave-Pop-Freund neben dem langmähnigen, mit zerrissenen Jeans bekleideten Rock-Fan. Mancher Irish-Folk-Anhänger präsentierte stolz sein Guinness-Hemd vom letzten St.-Patricks-Day. Blues-Begeisterte mochten es auch mal etwas schicker.

Aber weder Fans noch Bands traten hier in einen harten Konkurrenzkampf. Vielmehr feierten alle gemeinsam eine Riesenparty im Trigon, spielten und tanzten zu den unterschiedlichen musikalischen Leckerbissen.

Den Wettbewerb eröffneten pünktlich um 19 Uhr die "Smiling Tears". Sie präsentierten Eigenkompositionen aus der Sparte Synthie-Pop. Und sie vollzogen dabei den Brückenschlag zwischen Melancholie und Tanzbarkeit. Ruhige und schnelle Stücke wechselten ab, die teilweise durch satten E-Gitarrensound unter Druck gesetzt wurden.

Gitarren und Hammond-Orgel verliehen den Songs der nächsten Gruppe "Straight on" Retro-Rock-Charakter. Grooviger Bass und feistes Schlagzeug taten ihren Rest zu einem gelungenen Auftritt dazu.

Tin-Whistle und Mandoline machten im Anschluss klar: nun steht Musik der Grünen Insel auf dem Programm. Für Irish-Folk sorgten die "Rabies". Allerdings spielten sie auch via E-Gitarre und Trommelgewitter rockige Ohrenschmäuse.

Die Musiker von "Cosmotone" ließen selbsternannten "xxl-Rock" erklingen. Und zwar beispielhaft. Sie kombinierten variierenden Gitarrensound und eingängige Melodien. Unter anderem glänzten sie mit der "No doubt"-Coverversion von "Just a girl".

Dann bestimmte Blues und Jazz das Klangbild im Jugendzentrum. Mit dem "Goldtmann Quintett" betrat eine Formation die Bühne, die Klassiker und Eigeninterpretationen präsentierte. Komplexe Stücke, leichtläufig umgesetzt, begeisterten.

Mit dem Verstummen des letzten Akkords begann bei Publikum und Bands das Kribbeln. Denn ein bisschen Konkurrenz war dann doch da. Schließlich ging es um die Auszeichnung mit dem "Jabo", dem Pokal für die Gewinnerband.

Eine fachlich versierte Jury zog sich in die Gemächer zurück und verglich die Auftritte. Und tat sich damit nicht leicht, denn irgendwie hat jede Band gefallen. Spekulationen seitens der Zuschauer, deren abgegebene Stimmen immerhin zu 50 Prozent mit in die Wertung einflossen, folgten. Wer macht das Rennen, Folker oder Waver, Rocker oder Jazzer?

Applaus schwoll an, als Rockbüro-Ehrenmitglied Horst Jablonski und die stellvertretende Bürgermeisterin, Ursula Kelders die Bühne des Trigons betraten, um die Preisverleihung durchzuführen. Horst Jablonski grüßte traditionell mit "Hi Fans!". Und knüpfte an, dass er "mal wieder formidable Auftritte erlebt hat".

Doch dann wurde es ernst. Platz drei ging nach Irland - und die "Rabies" auf die Bühne. Über den zweiten Platz freute sich das "Goldtmann Quintett". Und dann ließ es sich Ursula Kelders nicht nehmen, es nochmal spannend zu machen. Ganz langsam entfaltete sie den Zettel, auf dem die Jury den Namen der Gewinnerband notiert hatte. Sie flüsterte ins Mikro: "The winner is: Cosmotone". Woraufhin die Angesprochenen vor Freude losbrüllten, sich den "Jabo" grabschten und den Preis jubelnd in die Luft hielten. Herzlichen Glückwunsch!

-mm

< zurück zur Übersicht