| Bei Konzerten der Folkband "Rabies" treffen sich Omis über 80 und Punks |
| Geschrieben von Recklinghäuser Zeitung | |
| Mittwoch, 26 November 1997 | |
Fünf Irland-Fans lieben aufgemotzte Traditionals und klassische BalladenRECKLINGHAUSEN. Was liegt für begeisterte Irland-Fans näher, als irische Musik zu machen. Und was liegt näher, als im Irland-Urlaub eine Folkband zu gründen. So geschehen vor drei Jahren in der Hafenstadt Cork. Der Urlaub auf der grünen Insel ist lange vergessen, die "Rabies" gibt's in veränderter Besetzung noch immer. Mit Ihren rockig oder punkig aufgemotzten Traditionals, mit klassischen Folkballaden und einigen eigenen Songs bringen die fünf Musiker seit drei Jahren frischen Wind in die heimische Musikszene. ![]() Foto: Rabies Bis auf Denis, der auf der klassischen Gitarre ausgebildet ist, sind alle fünf Autodidakten. Den melodischen, irischen Traditionals verpassen die "Rabies" ein zeitgemäßes Gewand. Gerne mit rockigen Polka- oder Marschrhythmen. "Bei unseren Auftritten treffen sich Leute, für die es normalerweise schwer wäre, eine gemeinsamen Nenner zu finden. Wir spielen für Omis und für Punks", so Karsten Fechner. Eine Mischung, die dem Quintett seit dem ersten Live-Auftritt beim Folk-Treff in der Schmiede und Konzerten im "Mephisto" oder beim Hertener Folk-Festival eine treue Fangemeinde bescherte. "Wir sind nicht ganz so rauh wie die Kultband 'Pogues' in ihren besten Tagen und nicht ganz so weichgewaschen wie 'Paddy goes to Holyhead'", faßt Denis das Bandkonzept zusammen. Auch der Bandname "Rabies" (Tollwut) zeugt weniger von der Aggressivität als vom Humor der Band: "Unser Name ist eine Antwort auf die Anti-Tollwut-Kampagne der britischen Inseln. Der Slogan 'It's this easy to pick up rabies' wollte damals im Urlaub nicht so recht zum Straßenbild passen, in dem es vor urigen Hunde-Mutanten nur so wimmelte." Bevor ab Dezember neue Konzerte auf dem Programm stehen, lüften die "Rabies" zur Zeit ihr Repertoire, bauen mehr Selbstgemachtes ein; Denis schreibt die Musik, Karsten den Text. Mit rund 30 Songs könne sie inzwischen locker ein zwei- bis dreistündiges Programm gestalten. Damit Denis in Zukunft auch Mandoline spielen kann, soll die Band um eine Gitarre erweitert werden. Noch "nur" Idee: Ein fetziges Benefiz-Konzert der "Rabies" mit echtem Guiness und köstlichem Irish Stew. tib |

